Erster Textilbetontag von solidian stieß auf große Resonanz

Erster Textilbetontag von solidian stieß auf große Resonanz

| Presse
 
Albstadt: Am Montag, 18. April 2016, veranstaltete die solidian GmbH, der führende Spezialist und Anbieter für textile Bewehrungen und beim Bauen mit Textilbeton, den ersten Textilbetontag in Albstadt. Dieser stand unter dem Motto „Baustoff der Zukunft – angekommen in der Baupraxis“ und wurde von der Architektenkammer Baden-Württemberg unterstützt. Geladen waren Architekten und Baubürgermeister, rund 180 Personen folgten der Einladung.


Ziel der Veranstaltung war, die neuen Möglichkeiten und zahlreichen Vorteile der Verwendung von Textilbeton beim Planen und Bauen aufzuzeigen, denn der Einsatz von Textilbeton ermöglicht nicht nur neue Dimensionen in der Architektur sondern zeitgleich korrosionssichere und langlebige Bauwerke.

Dr. Christian Kulas, Abteilungsleiter Textilbeton der solidian GmbH, moderierte die Veranstaltung. Als ersten Redner im Auditorium des Technologie- und Entwicklungszentrums (TEZ) begrüßte er Hans-Jürgen Haug, Mitglied der Geschäftsführung Groz-Beckert – dem Mutterunternehmen solidians. Er erläuterte den Gästen die ersten Erfahrungen Groz-Beckerts mit Textilbeton vor rund zehn Jahren und den Weg hin zur Gründung der Tochter solidian, in der seit über zwei Jahren alle Aktivitäten rund um das Thema textiles Bauen gebündelt werden.

Im Anschluss berichtete Dr. Kulas über die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten des jungen Baustoffs. Vor allem aufgrund der Korrosionsfreiheit von Textilbewehrungen aus Glas- und Carbonfasern, wird diesem innovativen Werkstoff eine große Zukunft zugesprochen. Durch seinen Einsatz lassen sich aktuelle und akute Probleme in der Bauindustrie lösen, wie bspw. Schadensfälle an durch Korrosion befallenen Bauwerken wie Brücken und Parkhäusern.

Es folgte ein Vortrag von Dr. Norbert Will, Lehrstuhl und Institut für Massivbau der RWTH Aachen. Er arbeitet seit der Gründung der ersten Forschungsprojekte an der Erforschung und Entwicklung des Werkstoffs und zeigte in seinem Vortrag „Praxisbeispiele und Anwendungspotentiale im Textilbetonbau“ die Vielseitigkeit der Textilbetonbauweise auf.

Udo Hollauer, Baubürgermeister der Stadt Albstadt, erläuterte im Anschluss die Vorteile von Textilbeton aus Sicht der Gemeinde. Vor allem im Brückenbau ist der Nutzen immens, die Unterhaltskosten von Textilbetonbrücken gehen nahezu gegen Null, auf teure Sanierungsmaßnahmen kann Dank Korrosionsfreiheit verzichtet werden.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss stellte Mario Bommersbach, Verantwortlicher für die Produktentwicklung von Architekturbeton bei der Firmengruppe Max Bögl, das Projekt "Neuer Markt" in Neumarkt vor. Er berichtete über die Attraktivität der schlanken Bauweise im Fassadenbau und zeigte auf, dass die Bauweise mit dem Alltag eines großen Bauvorhabens vereinbar ist. Neben diesem aktuellen Fassadenprojekt ist auch die weltweit erste Betonbrücke, die ausschließlich aus Carbonbeton hergestellt wurde und vollkommen auf Betonstahl und Spannstahl verzichtet, das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Max Bögl und solidian. Die Brücke wurde im Jahr 2015 fertiggestellt und steht in Albstadt-Ebingen.

Ein weiteres Projekt, bei dem die Textilbetonbauweise die Praxisbedingungen bestand, wurde im Anschluss durch Dr. Christian Kulas in Vertretung für den kurzfristig verhinderten Christoph Suttrop, Vertriebsingenieur Dreßler Bau, vorgestellt: Der Bau des Bürokomplexes Eastsite VIII in Mannheim. Hier kamen erstmals großformatige textilbewehrte Sandwichplatten zum Einsatz, deren Verwendung dem Bauherrn zahlreiche Vorteile bietet: So können zum einen Wärmebrücken minimiert werden und zum anderen vergrößert die dünne Bauweise die vermietbare Nutzfläche um ca. 30m², was sich in höheren Mieteinnahmen neiderschlägt. Für die Fertigteilwerke bietet der Baustoff ebenfalls Vorteile: Kosten für teuren Architekturbeton werden minimiert und Transportkosten verringert. Dadurch reduziert sich der CO2-Ausstoß und eine „grüne Bauweise“ wird ermöglicht.

Wolfgang Weiß, Leitender Technischer Direktor der Landesstelle für Bautechnik des Regierungspräsidiums Tübingen, stellte den Schlussvortrag. Das Regierungspräsidium Tübingen unterstützte bereits zahlreiche Bauprojekte mit textilbewehrtem Beton und erteilte die Zustimmungen im Einzelfall. Er berichtete über die aktuellen baurechtlichen Aspekte beim Einsatz von Textilbeton.

Dr. Christian Kulas kündigte in seinem Schlusswort an, dass der Textilbetontag von solidian künftig jährlich stattfinden wird. Neben der regelmäßig veranstalteten Anwendertagung des Tudalit e.V. soll der Branche eine zusätzliche Plattform geboten werden, die mit hochkarätigen Referenten über die neuesten Entwicklungen aus Forschung und vor allem aus der Praxis im Bereich textiles Bauen berichtet.

Seinen Ausklang fand der Tag mit der Besichtigung der weltweit längsten Textilbetonbrücke in Albstadt-Lautlingen, die 2010 eröffnet wurde, und der weltweit einzigen Fußgängerbrücke aus reinem Carbonbeton in Albstadt-Ebingen, die 2015 errichtet wurde. Beide Projekte wurden von den Experten der solidian GmbH realisiert.

Über solidian
Die solidian GmbH ist seit Herbst 2013 am Markt und ist ein 100%-iges Tochterunternehmen von Groz-Beckert. In ihr bündelt der Konzern seine jahrelange Erfahrung und sein Know-how im Bereich Textilbeton. Bereits für den Bau der 2010 in Albstadt eröffneten, weltweit längsten textilbewehrten Betonbrücke lieferten die Experten solidians die textilen epoxidharzgetränkten Glasfasergelege. 2015 folgte die weltweit erste, rein mit Carbon bewehrte, Betonbrücke der Welt. 

 
 
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